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Warum du ihn nicht loslassen kannst, obwohl du weißt, dass er dir nicht guttut
Du weißt eigentlich längst, dass es nicht funktioniert und du könntest wahrscheinlich sogar ziemlich genau erklären, warum. Was passiert ist, was dir gefehlt hat, was du nicht mehr möchtest, all das hast du dir vermutlich schon oft genug selbst gesagt. Und trotzdem denkst du an diesen Menschen. Du schaust vielleicht noch aufs Handy, erinnerst dich plötzlich wieder an die schönen Zeiten, fragst dich, was er gerade macht oder spielst im Kopf ein Gespräch durch, das vermutlich niemals stattfinden wird.
Das Merkwürdige daran ist, dass du es eigentlich besser weißt. Warum reicht dieses Wissen dann nicht aus?
Vielleicht versuchst du die ganze Zeit, das Falsche loszulassen
Wenn eine Beziehung endet, hören wir häufig denselben Satz: Du musst loslassen. Also versuchen wir genau das. Nicht mehr schreiben, Fotos löschen, uns ablenken, nach vorne schauen, uns selbst erklären, warum der andere nicht gut für uns war. Und trotzdem bleibt etwas zurück.
Vielleicht liegt das daran, dass du gar nicht nur an einem Menschen festhältst. Vielleicht hältst du an einer Hoffnung fest, an einem gemeinsamen Leben, das nie stattgefunden hat, an der Vorstellung, dass er irgendwann doch versteht, was du die ganze Zeit gemeint hast oder an der Frage, warum du am Ende nicht gereicht hast. Und manchmal wollen wir gar nicht den Menschen zurück, sondern wir wollen, dass die Geschichte anders ausgeht. Das ist ein Unterschied, den man sich selten eingesteht.
Die Omnitologie stellt deshalb eine andere Frage
Omnitologie beginnt nicht damit, etwas an dir wegzumachen, sondern sie fragt nach dem Zusammenhang. Die erste Frage wäre also nicht, wie du endlich loslassen kannst, sondern was dich eigentlich noch dort hält. Vielleicht ist es Liebe, vielleicht ein schlechtes Gewissen, vielleicht möchtest du endlich verstanden werden oder wartest auf eine Entschuldigung, die nie kommen wird. Vielleicht willst du auch einfach nicht akzeptieren, dass du jahrelang etwas versucht hast, das trotzdem nicht funktioniert hat oder dein eigenes Bild von der Zukunft hängt noch immer an diesem Menschen.
Solange wir nicht wissen, was wir tatsächlich festhalten, versuchen wir möglicherweise etwas loszulassen, um das es eigentlich gar nicht geht.
Eine Frage kann plötzlich sehr viel verändern
Stell dir deine Beziehung noch einmal vor, diesmal aber mit einer Bedingung: Der andere verändert sich nicht mehr. Er wird nicht verbindlicher, nicht liebevoller, nicht selbstständiger, nicht verständnisvoller. Er erkennt nicht plötzlich alles und es kommt auch nicht dieses eine große Gespräch, nach dem endlich alles anders ist. Die Beziehung bleibt genau so, wie du sie zuletzt erlebt hast.
Und jetzt frag dich ehrlich, ob du dieses Leben noch einmal wählen würdest. Nicht den Menschen, nicht eure schönsten Erinnerungen, nicht das, was zwischen euch hätte entstehen können, sondern genau dieses Leben, so wie es tatsächlich war.
Das ist Wahrhaftigkeit und Wahrhaftigkeit gehört zu den Grundwerten der Omnitologie. Nicht weil wir hart mit uns sein sollen, sondern weil eine Entscheidung irgendwann die Wirklichkeit braucht und nicht mehr nur die Hoffnung.
Du darfst jemanden vermissen und trotzdem gehen
Vielleicht ist das der Teil, den wir viel zu selten aussprechen. Du darfst einen Menschen vermissen, obwohl die Trennung richtig war. Du darfst traurig sein und trotzdem nicht zurückwollen. Du darfst dich an etwas Schönes erinnern, ohne daraus gleich wieder eine Zukunft machen zu müssen, denn ein Gefühl verlangt nicht automatisch eine Handlung.
Vielleicht musst du diesen Menschen deshalb auch gar nicht aus deinem Inneren löschen. Er war Teil deines Lebens und vielleicht hast du ihn wirklich geliebt. Das darf wahr bleiben. Die wichtigere Frage ist nicht, wann du endlich nicht mehr an ihn denkst, sondern ob er noch bestimmt, wie dein Leben weitergeht. Denn vielleicht bedeutet Loslassen gar nicht, dass jemand keine Bedeutung mehr hat, sondern dass du wieder selbst entscheidest, wohin dein Leben geht.
Falls du gerade an einem Menschen festhängst, nimm diese drei Fragen mit: Was vermisst du wirklich, den Menschen, das Gefühl mit ihm oder die gemeinsame Zukunft, die du dir vorgestellt hattest? Würdest du diese Beziehung noch einmal wählen, wenn sich nichts mehr verändern würde? Und was würdest du heute anders machen, wenn du nicht mehr darauf warten würdest, dass von diesem Menschen noch etwas kommt?
Vielleicht brauchst du gerade gar keine weitere Anleitung zum Loslassen. Vielleicht musst du erst verstehen, was du überhaupt festhältst. Genau dort beginnt Omnitologie.