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Zwei Menschen lieben sich und streiten trotzdem ständig? Was beide oft nicht verstehen: Vielleicht geht es gar nicht anders
Warum zwei Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben können und was die Potenzialanalyse® der Omnitologie damit zu tun hat. ca. 3 Min. Lesezeit
Ihr liebt euch und trotzdem passiert es immer wieder. Du sagst etwas völlig Normales, dein Partner reagiert verletzt. Er sagt etwas, das für ihn überhaupt nicht schlimm ist und bei dir kommt es vollkommen anders an. Dann beginnt die Diskussion. Das habe ich doch gar nicht so gemeint. Aber genau so hast du es gesagt. Du verstehst mich immer falsch. Nein, du verstehst mich nicht.
Eine halbe Stunde später diskutieren zwei Menschen darüber, wer die Situation richtig wahrgenommen hat. Genau dort liegt womöglich der Fehler.
Was, wenn keiner von euch falsch liegt?
Wir gehen ziemlich selbstverständlich davon aus, dass andere Menschen Situationen ähnlich erleben wie wir. Wenn mir etwas wichtig ist, müsste mein Partner doch verstehen, warum. Wenn ich Ruhe brauche, müsste er doch merken, dass ich gerade meine Ruhe brauche. Wenn ich ein Problem sofort besprechen möchte, kann ich kaum verstehen, warum der andere erst einmal weggeht. Wenn ich Nähe brauche, fühlt sich sein Rückzug möglicherweise sogar wie Ablehnung an.
Was aber, wenn er tatsächlich etwas völlig anderes erlebt als du? Nicht absichtlich, nicht weil er lieblos ist, sondern weil Menschen unterschiedlich wahrnehmen, denken, reagieren und entscheiden.
Was die Omnitologie dazu sagt
Die Omnitologie interessiert sich deshalb bei einem Konflikt nicht nur dafür, worüber zwei Menschen streiten, sondern auch, wer hier eigentlich mit wem streitet. Zwei Menschen bringen nämlich zwei unterschiedliche innere Systeme in eine Beziehung.
Der eine braucht vielleicht Klarheit und möchte ein Problem sofort lösen, der andere braucht zunächst Abstand, um überhaupt herauszufinden, was er denkt. Für den ersten bedeutet Reden, dass ihm die Beziehung wichtig ist. Für den zweiten bedeutet dasselbe Gespräch möglicherweise, dass er gerade unter Druck gesetzt wird.
Jetzt passiert etwas Spannendes: Je mehr der eine versucht, Nähe herzustellen, desto mehr zieht sich der andere zurück und je mehr sich der andere zurückzieht, desto stärker versucht der erste, ihn zu erreichen. Beide wollen dieselbe Beziehung retten und treiben sich dabei gegenseitig genau in die Reaktion, die sie am anderen nicht verstehen.
Liebe macht uns nicht automatisch kompatibel
Das klingt zunächst wenig romantisch, eigentlich finde ich es aber entlastend. Du kannst einen Menschen lieben und ihn trotzdem vollkommen falsch verstehen, du kannst es gut meinen und beim anderen genau das Gegenteil auslösen, dein Partner kann etwas tun, das dich wahnsinnig macht, obwohl es aus seiner Perspektive vollkommen logisch ist.
Das bedeutet nicht, dass wir jedes Verhalten akzeptieren müssen, Unterschiedlichkeit ist keine Entschuldigung für Respektlosigkeit, Gewalt oder ständige Grenzüberschreitungen. Bei vielen alltäglichen Konflikten lohnt sich aber die Frage, ob man gerade wirklich über ein Problem streitet oder darüber, dass der andere nicht so funktioniert wie man selbst.
Hier wird die Potenzialanalyse® interessant
Mit der Potenzialanalyse® schauen wir nicht danach, welcher Mensch besser oder schwieriger ist. Sie soll sichtbar machen, wie du grundsätzlich angelegt bist und wie du dein Leben wahrnimmst. Was brauchst du? Wie triffst du Entscheidungen? Wie reagierst du? Was fällt dir leicht, was kostet dich Kraft? Und was erscheint dir so selbstverständlich, dass du gar nicht auf die Idee kommst, dass ein anderer Mensch es vollkommen anders erleben könnte?
Besonders interessant wird das, wenn zwei Menschen ihre Ergebnisse nebeneinanderlegen. Aus der Frage, warum er das immer macht, wird dann plötzlich: Ach so, deshalb macht er das. Das löst natürlich nicht jeden Beziehungskonflikt, verändert aber die Ausgangslage.
Ihr versucht seit Jahren, euch gegenseitig umzubauen
Einer soll mehr reden, der andere weniger empfindlich sein. Einer soll spontaner werden, der andere endlich verbindlicher. Einer soll mehr Nähe zulassen, der andere mehr Freiraum geben. Irgendwann besteht Beziehung daraus, dass zwei Menschen sich gegenseitig erklären, wie der andere sein müsste, damit es endlich funktioniert.
Es braucht manchmal etwas anderes, nicht sofort Veränderung, sondern zuerst Verständnis. Wenn ich verstehe, dass dein Rückzug nicht automatisch bedeutet, dass du mich nicht liebst, muss ich ihn nicht sofort bekämpfen. Wenn du verstehst, dass mein Wunsch nach einem Gespräch nicht automatisch Kontrolle bedeutet, musst du vielleicht nicht sofort flüchten. Dann entsteht zwischen zwei Menschen plötzlich ein wenig Platz.
Ihr streitet gar nicht über das, worüber ihr glaubt zu streiten
Es geht nicht wirklich um die offene Zahnpastatube, nicht um die Nachricht, auf die niemand geantwortet hat, nicht darum, wer den Einkauf vergessen hat. Darunter treffen zwei unterschiedliche Arten aufeinander, das Leben zu erleben.
Möchtest du wissen, wie du selbst angelegt bist, kannst du mit der Potenzialanalyse® beginnen.
→ Potenzialanalyse® starten
Möchtest du gerade vor allem deine Partnerschaft verstehen, gibt es zusätzlich den Beziehungs-Selbstcheck.
→ Beziehungs-Selbstcheck starten
Vielleicht stellst du danach fest, dass ihr tatsächlich ein Problem habt, das ihr lösen müsst. Vielleicht passiert aber auch etwas viel Einfacheres: Du schaust deinen Partner an und denkst zum ersten Mal nicht, warum er so ist, sondern jetzt verstehst du, warum er das anders erlebt als du. Manchmal verändert genau das einen Streit mehr als der hundertste Versuch, endlich recht zu bekommen. Genau dort beginnt Omnitologie.