ca. 3 Min. Lesezeit
Du arbeitest, um Geld zu verdienen? Vielleicht übersiehst du gerade das, womit du wirklich Geld verdienen könntest
Warum wir unsere größten Talente oft für selbstverständlich halten und die Omnitologie deshalb beim Thema Geld eine völlig andere Frage stellt. ca. 3 Min. Lesezeit
Manche Menschen sagen, sie würden gern mit etwas Geld verdienen, das ihnen wirklich Freude macht, aber sie könnten ja nichts Besonderes. Fünf Minuten später erzählen sie dir dann, dass ständig Freunde anrufen, wenn sie ein Problem haben. Dass sie für jede Feier die Dekoration machen. Dass sie Computer reparieren, Texte schreiben, Wohnungen einrichten, Dinge organisieren, Menschen zusammenbringen, fotografieren, kochen, erklären oder Ideen entwickeln. Kostenlos natürlich, denn das könne doch jeder.
Nein. Vielleicht kannst du es nur so leicht, dass du vergessen hast, dass andere es nicht können.
Warum uns unser eigenes Talent so schwer auffällt
Das, was uns leichtfällt, verschwindet auf eine merkwürdige Weise aus unserem eigenen Blickfeld. Wir bemerken vor allem, was uns Mühe kostet, nicht das, was uns mühelos gelingt. Wenn du dich seit der Schule schwergetan hast mit Mathematik, erinnerst du dich vermutlich genau daran. Aber dass du seit Jahren jedes Familienfest organisierst, ohne groß darüber nachzudenken, fällt dir kaum als etwas Besonderes auf. Es ist einfach das, was du tust.
Genau hier passiert etwas Interessantes. Andere Menschen sehen von außen, was du selbst gar nicht mehr wahrnimmst, weil es für dich zur Gewohnheit geworden ist. Sie bewundern deine Ruhe in stressigen Situationen, deine Art, komplizierte Dinge einfach zu erklären, dein Gespür für Farben und Räume, deine Geduld mit schwierigen Menschen. Und du winkst ab, weil sich das für dich nicht nach Leistung anfühlt, sondern einfach nach dir.
Die Omnitologie sagt dazu …
Die erste Frage beim Thema Geld ist vielleicht gar nicht, welchen Beruf man machen soll, sondern was man so selbstverständlich kann, dass man es selbst gar nicht mehr als Talent wahrnimmt. Genau da wird es spannend.
Was machst du freiwillig? Wobei vergeht die Zeit? Wofür kommen andere Menschen immer wieder zu dir? Was kannst du besser als viele andere, ohne dich besonders anstrengen zu müssen? Und welche Idee begleitet dich schon seit Jahren, während du dir gleichzeitig erzählst, damit könne man doch kein Geld verdienen?
Vielleicht doch. Arbeit fühlt sich nämlich vollkommen anders an, wenn du nicht acht Stunden am Tag versuchst, etwas zu sein, das dir überhaupt nicht entspricht.
Der Unterschied zwischen Talent und Berufung
Ein Talent allein macht noch keine Berufung daraus. Manche Menschen können hervorragend zuhören und möchten trotzdem niemals beruflich beraten. Manche kochen fantastisch und wollen ihre Küche niemals kommerziell führen. Das ist völlig in Ordnung, denn nicht jedes Talent muss zu Geld werden. Die Frage lohnt sich trotzdem, weil sie etwas offenlegt, das viele Menschen jahrelang übersehen: Zwischen dem, was du kannst und dem, was du tatsächlich tust, um Geld zu verdienen, kann eine erstaunlich große Lücke liegen.
Manche Menschen verbringen ihren Arbeitsalltag mit Aufgaben, die ihnen fremd bleiben, während genau daneben, im Feierabend, im Ehrenamt, im Freundeskreis, ihre eigentliche Stärke zum Vorschein kommt. Sie helfen, organisieren, gestalten oder erklären dort mit einer Selbstverständlichkeit, die im Job komplett fehlt. Und am Ende des Monats fragen sie sich, warum die Arbeit sich so anstrengend anfühlt, obwohl sie doch eigentlich fleißig sind.
Kein Hobby muss zum Unternehmen werden
Das bedeutet nicht, dass aus jedem Hobby ein Unternehmen werden muss. Auch ein Beruf, den man liebt, hat anstrengende Tage, Rechnungen und Aufgaben, auf die man keine Lust hat. Wer mit Leidenschaft ein Geschäft führt, muss trotzdem Steuererklärungen machen, schwierige Kunden aushalten und Durststrecken überstehen. Diese Erwartung, ein geliebter Beruf müsse sich jeden Tag leicht anfühlen, führt eher in die Enttäuschung als in die Zufriedenheit.
Es gibt aber einen Unterschied zwischen der Haltung, hauptsächlich zu arbeiten, um Geld zu bekommen und der Haltung, Geld mit etwas zu verdienen, das ohnehin zu einem gehört. Im ersten Fall bleibt Arbeit ein Tausch, Zeit gegen Bezahlung, ohne dass viel von dir selbst darin vorkommt. Im zweiten Fall verschwimmt die Grenze ein wenig zwischen dem, was du bist und dem, wovon du lebst. Das macht die anstrengenden Tage nicht verschwinden, aber es verändert, wie sich die guten Tage anfühlen.
Genau darin liegt der Kern
Du musst deine Geschäftsidee vermutlich gar nicht erfinden, du musst erst erkennen, was bei dir längst da ist. Schau dabei nicht nur auf große, offensichtliche Fähigkeiten, sondern auch auf die kleinen Dinge, die andere immer wieder bei dir suchen. Manchmal liegt die eigentliche Idee genau in dem, wofür du bisher nie einen Preis verlangt hast.
→ Geld-, Talent- und Ideenanalyse starten