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Worauf kann ich mich eigentlich noch verlassen?

Vielleicht hast du das in letzter Zeit auch gemerkt. Es geht nicht mehr nur darum, ob du deinem Partner oder deiner Partnerin vertrauen kannst. Es geht um viel mehr. Vertrauen in die Zukunft, in deinen Arbeitsplatz, in Institutionen, in Geld, in die gesellschaftliche Stabilität und manchmal sogar in dein eigenes Urteilsvermögen. Wenn sich so viel gleichzeitig unsicher anfühlt, stellt sich irgendwann fast automatisch die Frage: Worauf kann ich mich eigentlich verlassen, wenn ich mich auf so vieles außen gerade nicht verlassen kann?

Ich möchte dir an dieser Stelle nicht die typische Antwort geben, die du wahrscheinlich schon oft gehört hast, nämlich dass du dich einfach auf dich selbst verlassen sollst. Das klingt gut, hilft aber in der Praxis oft wenig, weil es zu vage bleibt. Sinnvoller finde ich es, genauer hinzuschauen. Welche Menschen tragen dich tatsächlich, wenn es eng wird? Welche Fähigkeiten hast du dir über die Jahre wirklich erarbeitet, die dir niemand nehmen kann? Welche Beziehungen haben sich schon einmal bewährt, als es schwierig wurde? Welche Werte leiten dich, auch wenn draußen gerade alles durcheinander ist? Und welche realen Ressourcen, Rücklagen, Netzwerke, Fertigkeiten, stehen dir tatsächlich zur Verfügung? Diese Fragen ergeben zusammen ein viel ehrlicheres Bild als der Satz, du sollst dich einfach auf dich selbst verlassen.

Wenn du zwischen allen steckst

Es gibt eine Lebensphase, die ich in meiner Arbeit besonders oft sehe, meistens zwischen vierzig und fünfundfünfzig. Die Kinder brauchen noch etwas, auch wenn sie schon größer sind. Die Eltern werden älter und manchmal auf einmal auch pflegebedürftig. Im Beruf liegt viel Verantwortung auf deinen Schultern, weil du längst nicht mehr die Jüngste im Team bist. Die Beziehung verändert sich, manchmal leise, manchmal spürbar. Und mittendrin merkst du, dass sich auch dein eigener Körper langsam anders anfühlt als noch vor zehn Jahren.

Frauen in dieser Phase sagen mir selten den Satz "Ich möchte mich selbst verwirklichen". Viel öfter höre ich etwas wie: Ich weiß gar nicht mehr, wo ich in meinem eigenen Leben eigentlich noch vorkomme. Das ist ein ganz anderer Satz und er verdient auch eine ganz andere Antwort.

Wenn du dich darin wiederfindest, möchte ich dir sagen, dass das kein Zeichen von Undankbarkeit ist, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, weil ja eigentlich alles irgendwie gut läuft. Es ist ein Zeichen dafür, dass du seit Jahren für sehr viele Menschen gleichzeitig da bist und dass dabei irgendwann die Frage untergegangen ist, wo du selbst in diesem Bild eigentlich stehst.

Was daraus werden kann

Der erste Schritt ist meistens nicht, sofort etwas zu verändern, sondern erst einmal ehrlich hinzuschauen. Wer und was trägt dich wirklich, wenn du gerade das Gefühl hast, dass draußen vieles wackelt? Und wo in deinem Alltag, so vollgepackt er auch ist, kommt eigentlich noch dein eigenes Leben vor?

Du musst diese Fragen nicht allein beantworten. Genau bei solchen Themen begleite ich Menschen besonders gerne, weil ich selbst weiß, wie sehr man sich in Rollen verlieren kann, ohne es zu merken. Wenn dich das gerade betrifft, findest du auf omnitologie.com kostenlose Selbstchecks, die dir helfen können, wieder klarer zu sehen, worauf du dich tatsächlich verlassen kannst und wo du in deinem eigenen Leben gerade stehst.

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