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Du hast eigentlich alles und freust dich trotzdem auf nichts mehr? Vielleicht fehlt dir nicht die Dankbarkeit

Warum ein gutes Leben sich irgendwann trotzdem leer anfühlen kann und warum die Omnitologie dann nicht fragt, was dir noch fehlt. ca. 3 Min. Lesezeit

Eigentlich könntest du zufrieden sein. Du hast vielleicht eine schöne Wohnung, einen Beruf, Menschen, die dich mögen. Du kannst essen gehen, verreisen und dir Dinge leisten, auf die du früher einmal hingearbeitet hast. Es gibt kein großes Drama.

Und trotzdem passiert etwas Merkwürdiges. Du freust dich kaum noch richtig auf etwas. Der Urlaub ist schön, aber nach zwei Tagen normal. Das neue Kleid gefällt dir, zwei Wochen später hängt es zwischen den anderen. Freitagabend kommt und irgendwie ist es auch nur Freitagabend.

Also denkst du vielleicht, du müsstest einfach dankbarer sein. Was aber, wenn Dankbarkeit gar nicht dein Problem ist?

Wann hast du dich zuletzt auf etwas richtig gefreut?

Nicht weil du solltest, nicht weil es vernünftig war, nicht weil es auf Instagram schön aussieht, sondern dieses fast kindliche Gefühl, es kaum erwarten zu können. Viele Menschen können diese Frage erstaunlich schwer beantworten. Wir wissen sehr genau, was wir noch erledigen müssen, was wir erreichen möchten, was als Nächstes ansteht. Fragt man aber jemanden, was ihm eigentlich richtig Freude macht, wird es plötzlich still.

Wir haben das Erwachsensein an manchen Stellen offenbar sehr ernst genommen.

Was die Omnitologie dazu sagt

Die Omnitologie würde an dieser Stelle nicht sofort versuchen, mehr schöne Dinge in den Kalender zu packen, noch ein Hobby, noch ein Wellnesswochenende, noch ein Urlaub, noch etwas, das man sich gönnen sollte. Wir würden vorher fragen, wann dein Lachen eigentlich leiser geworden ist.

Freude verschwindet nämlich nicht immer plötzlich, sie wird manchmal Stück für Stück überlagert, von Verantwortung, von Vernunft, von Terminen, von dem Anspruch, etwas aus seinem Leben machen zu müssen, von Rollen, die irgendwann wichtiger geworden sind als der Mensch darin. Du bist Mutter, Partnerin, Unternehmer, Tochter, Mitarbeiter, die Vernünftige, der Erfolgreiche, diejenige, auf die man sich verlassen kann. Alles wichtige Rollen. Aber irgendwo darunter gibt es noch einen Menschen und was dieser Mensch eigentlich gern macht, ist die interessantere Frage.

Vielleicht hast du verlernt, Dinge ohne Sinn zu tun

Kinder brauchen erstaunlich wenig, um vollkommen in etwas zu verschwinden. Ein Stock kann eine Stunde beschäftigen, eine Pfütze reicht, ein Lied wird zwanzigmal hintereinander gehört. Dann werden wir erwachsen und plötzlich braucht fast alles einen Grund. Wir gehen laufen für die Gesundheit, wir lesen zur Weiterbildung, wir treffen Menschen, weil wir Kontakte pflegen sollten, wir meditieren, um unser Nervensystem zu beruhigen. Sogar Entspannung bekommt ein Ziel.

Uns fehlt deshalb manchmal nicht die Freude, sondern wir geben ihr kaum noch Raum, wenn sie zu nichts nützlich ist.

Das hat uns auch auf Tobago beschäftigt

Bei der Entstehung der Omnitologie fiel uns immer wieder auf, wie selbstverständlich Menschen auf Tobago Zeit miteinander verbringen konnten. Sitzen, reden, lachen, Musik, nicht jede Stunde musste produktiv sein. Natürlich gibt es auch dort Sorgen, Verpflichtungen und schwierige Lebensphasen, aber diese Beobachtung hat bei uns eine Frage hinterlassen: Wann wurde Leben bei uns eigentlich zu etwas, das ständig einen Zweck erfüllen muss?

Ein Teil von Zufriedenheit liegt vielleicht nicht darin, noch mehr aus unserem Leben herauszuholen, sondern darin, zwischendurch wieder darin zu sein.

Was hat das mit deinem Nervensystem zu tun?

Auch unser Körper braucht nicht nur Schlaf, er braucht Wechsel, Aktivität und Ruhe, Anspannung und Entspannung, Aufmerksamkeit und Momente, in denen gerade nichts gelöst werden muss. Besteht dein Alltag überwiegend aus Funktionieren, Planen, Entscheiden und Reagieren, kann selbst Freizeit irgendwann zur nächsten Aufgabe werden.

Dann sitzt du auf dem Sofa, aber dein Kopf organisiert bereits morgen. Du bist im Urlaub, aber beantwortest Nachrichten. Du triffst Freunde, aber denkst an die Arbeit. Der Körper ist da, du selbst vielleicht nur zur Hälfte.

Deshalb gibt es „Finde dein Lachen wieder®“

Dieser Selbstcheck ist nicht dafür gedacht herauszufinden, ob du lustig genug bist, es geht um etwas viel Einfacheres. Um dich, um die Frage, was dir Freude macht, was vielleicht leiser geworden ist und wo dein Leben inzwischen sehr viel aus Funktionieren besteht.

→ Finde dein Lachen wieder® starten

Du stellst dabei vielleicht fest, dass dir tatsächlich etwas fehlt. Ein Mensch, eine Veränderung, mehr Ruhe. Vielleicht aber auch etwas viel Banaleres: Musik in der Küche, barfuß gehen, mit jemandem drei Stunden herumzusitzen und über völligen Blödsinn zu reden, etwas zu malen, obwohl du überhaupt nicht malen kannst, ein Nachmittag, der zu nichts führt.

Die Frage danach lautet dann vielleicht nicht mehr, warum man nicht glücklicher ist, obwohl man doch alles hat, sondern wann man eigentlich angefangen hat, sein Leben hauptsächlich zu erledigen.

Du musst nicht undankbar sein, um diese Frage zu stellen, vielleicht bist du sogar dankbar für vieles und möchtest trotzdem wieder etwas spüren, das wir zwischen all dem Funktionieren manchmal übersehen: Freude muss nicht verdient werden und sie muss auch zu nichts führen. Manchmal darf Leben einfach Leben sein. Genau dort beginnt Omnitologie.

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