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Deine Wohnung ist ständig unordentlich? Vielleicht geht es gar nicht nur ums Aufräumen

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Warum Ordnung manchmal weniger mit Disziplin zu tun hat als mit Entscheidungen, Überforderung und unserem inneren Zustand und was die Omnitologie darin sieht. ca. 3 Min. Lesezeit

Du räumst auf, zwei Tage später sieht es wieder genauso aus. Auf dem Tisch liegt Post, auf dem Sessel Kleidung, die weder richtig schmutzig noch frisch genug für den Schrank ist, irgendwo steht eine Tasche, die du seit drei Tagen ausräumen möchtest. Eigentlich weißt du, wie Aufräumen funktioniert und trotzdem bekommst du es nicht dauerhaft hin. Also denkst du irgendwann, dass du einfach unordentlich bist.

Das könnte stimmen. Es könnte aber auch eine ziemlich schnelle Erklärung für etwas sein, das viel interessanter ist.

Unordnung entsteht nicht nur durchs Nicht-Aufräumen

Sie entsteht auch durchs Nicht-Entscheiden. Diese Rechnung müsste eigentlich abgelegt werden. Das Kleid möchtest du vielleicht verkaufen. Die Kiste gehört schon seit Monaten in den Keller. Die Sachen im Badezimmer benutzt du eigentlich nicht mehr. Bei diesem Stapel weißt du seit Wochen nicht, wohin damit.

Jedes einzelne Ding stellt eine winzige Frage: Behalten, wegwerfen, erledigen, zurückgeben, einen Platz dafür schaffen oder später entscheiden? Eine unordentliche Wohnung ist deshalb manchmal gar nicht voller Dinge, sondern voller offener Entscheidungen.

Was die Omnitologie dazu sagt

In der Omnitologie schauen wir gern auf Zusammenhänge, aber nicht nach dem Motto, dass die Wohnung so aussieht, weil man innerlich so ist. Menschen funktionieren nicht derart einfach. Deine Wohnung gehört aber zu deinem Leben, deshalb kann es interessant sein, zu beobachten, wie du mit ihr umgehst.

Schiebst du Dinge auf? Fällt dir Wegwerfen schwer? Hebst du Sachen für ein Leben auf, das du eigentlich gar nicht mehr führst, weil du sie irgendwann vielleicht noch brauchst? Fängst du ständig an und bringst wenig zu Ende? Oder räumst du sogar dauernd auf und hast trotzdem das Gefühl, niemals fertig zu sein?

Dann wird aus der Frage, warum man so unordentlich ist, plötzlich eine ganz andere: wie man eigentlich mit Dingen umgeht, die eine Entscheidung verlangen.

Manchmal ist Unordnung auch einfach Überforderung

Es gibt Tage, an denen fünf herumliegende Dinge überhaupt kein Problem sind und dann gibt es Zeiten, in denen schon eine volle Spülmaschine zu viel erscheint. Stress, Erschöpfung, Schlafmangel, psychische Belastungen oder Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen können ganz praktische Alltagsaufgaben schwerer machen.

Deshalb wäre es ziemlich unfair, aus einer unordentlichen Wohnung gleich eine Charaktereigenschaft zu machen. Häufig fehlt gar nicht die Disziplin, sondern es ist gerade einfach zu viel gleichzeitig offen, im Kopf, im Kalender, in Beziehungen, im Beruf. Irgendwann sieht man das möglicherweise auch auf dem Küchentisch.

Das Gegenteil kann genauso interessant sein

Vielleicht ist deine Wohnung nämlich überhaupt nicht unordentlich, sondern perfekt. Alles hat seinen Platz, du kannst kaum entspannen, solange irgendwo etwas herumliegt, bevor Besuch kommt, putzt du noch einmal, obwohl eigentlich alles sauber ist. Auch dann lohnt sich eine Frage: Räumst du auf, weil du Ordnung magst oder brauchst du Ordnung, damit du dich innerlich sicher und ruhig fühlst?

Omnitologie bewertet weder Chaos noch Ordnung. Uns interessiert, welche Funktion etwas in deinem Leben hat, das ist ein Unterschied.

Schau deine Wohnung einmal nicht als Aufgabe an

Geh heute einmal durch deine Räume, ohne etwas aufzuräumen, nur schauen. Wo fühlst du dich wohl? Welche Ecke nervt dich schon seit Monaten? Was liegt dort immer wieder? Was besitzt du, obwohl es längst nicht mehr zu deinem heutigen Leben gehört? Gibt es sogar einen Raum, den du für eine Version von dir eingerichtet hast, die du gar nicht bist?

Das kann erstaunlich aufschlussreich werden. Häufig braucht es nämlich nicht das nächste Ordnungssystem, sondern zuerst die Antwort auf die Frage, wie man eigentlich leben möchte.

Dafür gibt es einen passenden Selbstcheck

Merkst du, dass es bei dir gar nicht nur um herumliegende Dinge geht, ist der Muster-Kompass ein guter nächster Schritt. Er hilft dabei, wiederkehrende Muster im eigenen Leben bewusster wahrzunehmen, nicht um aus der Wohnung eine Diagnose zu machen, sondern um zu schauen, ob sich das, was man dort sieht, auch an anderen Stellen im Leben zeigt. Schiebt man Entscheidungen auch anderswo auf? Hält man an Dingen fest? Überfordert man sich? Beginnt man vieles, ohne es abzuschließen? Braucht man besonders viel Kontrolle?

→ Muster-Kompass öffnen

Merkst du beim Lesen eher, dass dein ganzes Leben gerade irgendwie nicht mehr zu dir passt, ist der Standort-Selbstcheck wahrscheinlich der bessere Einstieg.

→ Standort-Selbstcheck öffnen

Vielleicht räumst du danach tatsächlich deine Wohnung auf, vielleicht aber auch nicht. Die spannendere Entdeckung liegt möglicherweise woanders: Manchmal zeigt uns unser Zuhause nicht, wer wir sind, aber es kann uns ziemlich ehrlich zeigen, wie wir gerade leben. Genau solche Zusammenhänge interessieren die Omnitologie.

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