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Du denkst über alles hundertmal nach? Vielleicht ist Overthinking gar nicht dein eigentliches Problem

Warum dein Kopf manchmal nicht aufhört zu arbeiten und warum die Omnitologie nicht einfach versucht, deine Gedanken abzustellen. ca. 3 Min. Lesezeit

Das Gespräch war gestern. Heute Morgen denkst du immer noch darüber nach. Warum hat er das so gesagt? Hätte ich anders reagieren sollen? War meine Antwort zu direkt? Ist jetzt etwas zwischen uns? Eigentlich ist längst nichts mehr passiert, nur dein Kopf hat das Gespräch noch nicht beendet.

Vielleicht kennst du das auch vor Entscheidungen. Du denkst alle Möglichkeiten durch, dann noch einmal, fragst andere Menschen, liest nach, machst eine Pro-und-Contra-Liste und irgendwann weißt du weniger als vorher.

Heute nennen wir das gerne Overthinking. Aber was, wenn dein Denken gar nicht das eigentliche Problem ist?

Dein Kopf versucht vielleicht etwas für dich zu lösen

Grübeln wirkt manchmal völlig sinnlos, doch häufig steckt darin ein Versuch, Sicherheit herzustellen. Wenn ich nur lange genug darüber nachdenke, finde ich vielleicht die richtige Entscheidung. Wenn ich das Gespräch noch einmal durchgehe, verstehe ich vielleicht, was der andere wirklich gemeint hat. Wenn ich alle Möglichkeiten vorhersehe, kann ich vielleicht verhindern, einen Fehler zu machen.

Der Kopf arbeitet also weiter, nicht unbedingt, weil du zu viel denkst. Er versucht möglicherweise, etwas zu bekommen, das Denken allein gar nicht herstellen kann: Sicherheit.

Was die Omnitologie dazu sagt

Die Omnitologie würde deshalb nicht als Erstes versuchen, deine Gedanken ruhigzustellen, sondern fragen, warum du an dieser Stelle so dringend eine eindeutige Antwort brauchst. Möchtest du keinen Fehler machen? Möchtest du niemanden enttäuschen? Fällt es dir schwer, eine Entscheidung zu treffen, deren Ausgang du nicht kontrollieren kannst? Möchtest du wissen, was ein anderer Mensch denkt, bevor du entscheidest, was du selbst denkst? Oder kennst du deine Antwort längst und möchtest nur die Konsequenz noch nicht?

Dann ist Overthinking plötzlich nicht mehr das Problem, sondern das, was passiert, während du eine Entscheidung vermeidest.

Ein Beispiel

Du möchtest eigentlich einen Job verlassen, seit Monaten denkst du darüber nach. Was, wenn der nächste schlechter ist? Was, wenn du weniger verdienst? Was sagen die anderen? Vielleicht solltest du noch sechs Monate warten, vielleicht wird es besser. Natürlich sind das vernünftige Fragen, aber irgendwann kommt ein Punkt, an dem keine weitere Information mehr Sicherheit herstellen kann. Dann gibt es nur noch eine Entscheidung und Entscheidungen haben etwas Unangenehmes: Sie schließen andere Möglichkeiten aus.

Manchmal denken wir also nicht deshalb so viel, weil wir keine Antwort haben, sondern weil wir uns noch nicht festlegen möchten.

Dein Nervensystem denkt übrigens mit

Wenn du angespannt bist, unter Stress stehst oder dich unsicher fühlst, passiert das nicht nur in deinen Gedanken, auch dein Körper reagiert. Herzschlag, Atmung, Muskelspannung, Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gehören zu den körperlichen Reaktionen unseres Nervensystems. Deshalb kennt man dieses merkwürdige Gefühl, bei dem der Kopf sagt, es sei doch alles okay und der Körper trotzdem angespannt ist.

Das bedeutet nicht automatisch, dass mit deinem Nervensystem etwas nicht stimmt, aber es zeigt etwas Wichtiges: Wir denken nicht getrennt von unserem Körper. Genau deshalb betrachtet die Omnitologie nicht nur den Gedanken, sondern den Menschen, der ihn denkt.

Probier heute etwas anderes

Merkst du, dass dein Kopf wieder dieselbe Runde beginnt, frag dich nicht sofort, wie du endlich aufhörst zu denken. Frag lieber, welche Antwort du gerade durch weiteres Denken zu bekommen versuchst und ob Denken dir diese Antwort überhaupt geben kann. Die Antwort lautet manchmal ja, dann denk ruhig weiter, dir fehlt tatsächlich eine Information. Sie lautet aber manchmal auch nein, du möchtest nur sicher sein. Dann hast du etwas Entscheidendes entdeckt.

Wenn du wissen möchtest, welches Muster dahintersteckt

Genau hier passt der Muster-Kompass der Omnitologie. Er hilft dabei, wiederkehrende Muster im eigenen Denken, Entscheiden und Handeln bewusster wahrzunehmen.

→ Muster-Kompass öffnen

Hängt dein Grübeln gerade vor allem damit zusammen, dass du nicht weißt, wo du in deinem Leben eigentlich stehst, kannst du stattdessen mit dem Standort-Selbstcheck beginnen.

→ Standort-Selbstcheck öffnen

Du musst deinen Kopf also gar nicht zum Schweigen bringen. Er braucht vielleicht nur irgendwann nicht mehr die Aufgabe, etwas zu lösen, das er gar nicht lösen kann. Aus der Frage, warum man immer so viel denkt, wird dann plötzlich eine wesentlich interessantere: Wovor bewahrt mich das viele Denken gerade? Genau solche Fragen interessieren die Omnitologie.

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